KJP LMU

Diagnostik und Behandlung der Rechenstörung bzw. Dyskalkulie


Gefördert durch den Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V.

Hintergrund:
Die Rechenstörung ist mit einer Prävalenz von ungefähr 3-6% eine häufige Entwicklungsstörung, die oft noch mit weiteren psychischen Auffälligkeiten einhergeht. Die Rechenstörung weist ohne wirksame Therapie eine hohe Persistenz auf und kann deshalb zu deutlichen Einschränkungen im schulischen, beruflichen aber auch im privaten Bereich der Betroffenen führen. Die Effektivität der unterschiedlichen Fördermaßnahmen ist aus diesem Grund von zentraler Bedeutung für Forschung und Praxis. In Bezug auf die Diagnostik kennt die klinische Forschung und Praxis unterschiedliche Vorgehensweisen, Diagnosekriterien und Testverfahren, deren Zweckmäßigkeit und Anwendbarkeit häufig unklar sind.

Zielorientierung:
Erklärtes Ziel der Leitlinie ist es, klare, empirisch fundierte Handlungsanweisungen für eine vereinheitlichte Diagnostik der Rechenstörung bereitzustellen und über die Wirksamkeit aktueller Präventions- sowie Fördermethoden aufzuklären. Dadurch soll eine angemessene Diagnostik und Therapie der Rechenstörung bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen und eine entsprechende Prävention im Vorschulbereich durch wissenschaftlich begründete und qualitätsgesicherte Verfahren gewährleistet werden.

Zielgruppe:
Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit dem Risiko einer Rechenstörung oder vorhandener Rechenstörung nach ICD-10 (F81.2) bzw. DSM 5 (F81.2).

Anwender:
Die Leitlinie soll Fachkräften, die mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen arbeiten, insbesondere aus den Bereichen der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Kinder- und Jugendmedizin, Psychiatrie und Psychotherapie, (Neuro- und Schul-)Psychologie, Psychotherapie, Sozial- und Neuro-Pädiatrie, Lerntherapie, Mathematikdidaktik, Phoniatrie und Pädaudiologie, Ergotherapie, (Sonder- und Heil-)Pädagogik sowie Lehrkräften und weiteren Berufsgruppen, die an der Prävention, Diagnostik und Behandlung der Rechenstörung beteiligt sind, als Entscheidungsfindung für eine adäquate Versorgung dienen. Außerdem kann sie von Angehörigen sowie den betroffenen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen selbst als Informationsgrundlage verwendet werden.

Beteiligte Organisationen:
Die Leitlinienentwicklung wurde von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e. V. (DGKJP) initiiert und wird von Prof. Dr. Gerd Schulte-Körne koordiniert.

Beteiligt an der Entwicklung sind die folgenden Organisationen (in alphabetischer Reihenfolge):
Berufsverband der Heilpädagoginnen und Heilpädagogen Fachverband für Heilpädagogik e. V. (BHP)
Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e. V. (BVKJ)
Berufsverband der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten e. V. (bkj)
Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland e. V. (BKJPP)
Bundesarbeitsgemeinschaft der Leitenden Klinikärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e. V. (BAG)
Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK)
Bundesverband Legasthenie & Dyskalkulie e. V. (BVL)
Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft e. V. (DGfE)
Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V. (DGKJ)
Deutsche Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie e. V. (DGPP)
Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN)
Deutsche Gesellschaft für Psychologie e. V. (DGPs)
Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin e. V. (DGSPJ)
Deutscher Lehrerverband e. V. (DL)
Deutscher Verband der Ergotherapeuten e. V. (DVE)
Fachverband integrative Lerntherapie e. V. (FiL)
Gesellschaft für Didaktik der Mathematik e. V. (GDM)
Gesellschaft für Neuropsychologie e. V. (GNP)
Verband Sonderpädagogik e. V. (vds)

Anmeldung und Veröffentlichung bei der AWMF:
Die S3-Leitlinie zur Diagnostik und Behandlung der Rechenstörung wurde im November 2014 bei der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) unter der Registernummer 028-046 angemeldet und ist seit März 2018 veröffentlicht.

Download:
Leitlinie
Methodenreport zur Leitlinie

Evidenztabelle: Risikoidentifikation und Diagnostik der Rechenstörung, Diagnosekriterien
Evidenztabelle: Prävention und Behandlung, Interventionen
Evidenztabelle: Prävention und Behandlung, Präventions- und Förderprogramme
Evidenztabelle: Komorbiditäten der Rechenstörung
Literaturliste: Profil der Rechenstörung

Verfahrensinformationen: Risikoidentifikation und Diagnostik der Rechenstörung


Fortbildungsfolien


Mitarbeiter
Stefan Haberstroh

Kontakt
Prof. Dr. Gerd Schulte-Körne
Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Nußbaumstr. 5a
80336 München
Telefon: 089 4400 55901
Email: kjp@med.uni-muenchen.de

Stefan Haberstroh
Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Pettenkoferstraße 8a
80336 München
Telefon: 089 4400 55929
Email: kjp.dyskalkulie@med.uni-muenchen.de

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