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Symposium zu Legasthenie und Rechenstörung

Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Koordinierungsstelle „Entwicklungs- störungen schulischer Fertigkeiten“ (ESF) führte vom 3. bis 4. Mai in München ein Symposium zu Legasthenie und Rechenstörung mit international führenden Wissenschaftlern auf diesem Gebiet durch.

14 Prozent der Grundschulkinder haben eine störungsrelevante Beeinträchtigung im Lesen, Rechtschreiben und Rechnen. Da die Lese- und Rechtschreibstörung (LRS, Legasthenie) und die Rechenstörung (Dyskalkulie) bei vielen Kindern und Jugendlichen bis ins Erwachsenenalter erhebliche, vor allem schulische Schwierigkeiten verursachen und meist auch psychische Probleme auslösen, ist eine zentrale Aufgabe der Forschung herauszufinden, mit welchen Methoden diesen Kindern möglichst effizient und schnell geholfen werden kann. Das ist von gesellschaftlicher Bedeutung, zumal derartige Beeinträchtigungen häufig zu Schulversagen und zu enormen Kosten führen. Kürzlich wurde die Leitlinien zur Diagnostik und Behandlung bei der lese- und Rechtschreibstörung veröffentlicht, die jedoch in den Schulen nur zögerlich umgesetzt werden. Aktuell werden S3-Leitlinien zur Diagnostik und Behandlung bei der Rechtschreibstörung veröffentlicht, die erstmals aufzeigen, mit welchen Methoden eine Rechenstörung festgestellt werden kann und wie wirksam gefördert werden sollte. Prof. Bonte von der Universität Maastricht untersucht mit neurobiologischen Methoden, wie Förderung beim Lesen und Schreiben auf der Basis der Plastizität des kindlichen Gehirns Gehirnfunktionen positiv beeinflusst. Hingegen zeigt Donald Compton von Florida State University eindrucksvoll auf, dass Förderung nicht erst dann einsetzen sollte, wenn das Kind massive Probleme Im Lessen, Rechtschreiben oder rechnen entwickelt hat. Mit schulbasierten Förderkonzepten, die bereits in der ersten Klasse, zum Teil auch in Deutschland vereinzelt eingesetzt werden, wird entsprechend dem individuellen Entwicklungsniveau, gefördert. Ein wichtiges Ziel unserer Forschung, fasst Prof. Schulte-Körne von der LMU München zusammen ist, diese aktuellen und bedeutsamen internationalen Forschungsergebnisse in der aktuellen Förderpraxis und in den Schulen umzusetzen. Dabei betont er, dass hierzu eine interdisziplinäre Zusammenarbeit dringend notwendig ist.

Berichte über die Veranstaltung finden Sie auch in der Presse und im Radio:

Bayerischer Rundfunk

Artikel im Münchner Merkur
2. Artikel im Münchner Merkur

Artikel im Focus

Artikel im Westfalenblatt

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