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Kognitive Neubewertung bei Jugendlichen mit Depression: Von neurobiologischen Mechanismen zur Intervention - die KONNI-Studie

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft.


Hintergrund
Depressive Erkrankungen treten im Jugendalter gehäuft auf und sind mit ernstzunehmenden gesundheitlichen Risiken sowie psychosozialen Beeinträchtigungen verbunden. Ein wesentlicher Risikofaktor für die Entwicklung und Aufrechterhaltung der Erkrankung besteht in Defiziten in der Emotionsregulation. Während der Regulation von Gefühlen scheinen bei Personen mit Depression zudem andere Verarbeitungsprozesse im Gehirn stattzufinden als bei Gesunden. Es ist deshalb wichtig, die neurobiologischen Grundlagen der Emotionsregulation bei Jugendlichen mit einer Depression näher zu erforschen. Erkenntnisse in diesem Bereich können langfristig helfen, die Wirksamkeit von Therapien zu erhöhen und zur Früherkennung und Vorbeugung depressiver Erkrankungen bei Heranwachsenden beitragen.

Ziel der Studie
Studie 1:
In einer ersten Studie sollen bei Jugendlichen mit und ohne Depression die neurobiologischen Mechanismen während der Verarbeitung und Regulation von Gefühlen untersucht werden.
Studie 2:
In der zweiten Studie soll der Frage nachgegangen werden, ob ein regelmäßiges Training von Strategien zur Regulation von Gefühlen negative Stimmung bei depressiven Jugendlichen reduzieren kann und ob sich diese Veränderungen auch auf neurobiologischer Ebene widerspiegeln.

Ablauf der Untersuchung
Studie 1:
Im ersten Schritt führen wir mit den Jugendlichen ein diagnostisches Interview durch und bitten sie, eine Reihe von Fragebögen auszufüllen. Anschließend bieten wir emotionale Bilder dar, die von den Jugendlichen beurteilt werden sollen. Während der Bilddarbietung fordern wir die Jugendlichen zudem dazu auf, ihre Gefühle auf die Bilder mit Hilfe einer Strategie (sogenannte "kognitive Neubewertung") zu regulieren. Dabei erfassen wir bei den Jugendlichen die Blickbewegungen mithilfe einer Blickkamera ("Eyetracker"). Diese gleicht dem Apparat, den auch ein Optiker zur Messung der Sehstärke verwendet. Gleichzeitig wird auch ein EEG abgeleitet. Dafür wird eine Haube aus kleinen Elektroden aufgesetzt, die die Gehirnaktivität misst. Beide Verfahren sind non-invasiv und schmerzfrei, es bestehen keine bekannten gesundheitlichen Risiken.
Studie 2:
Zu Beginn wird ein diagnostisches Interview mit Jugendlichen, die an einer Depression leiden, durchgeführt und es wird eine Reihe von Fragebögen vorgegeben. Danach nehmen die Jugendlichen an vier Terminen im Abstand weniger Tage teil, an denen sie ein computerbasiertes Training erhalten. Um die Wirksamkeit des Trainings auf geeignete Weise untersuchen zu können, erhält die Hälfte der Jugendlichen ein computerbasiertes Training der Emotionsregulation. Die andere Hälfte der Jugendlichen erhält ein computerbasiertes Training, das nicht spezifisch auf Emotionsregulation abzielt. Die Zuweisung zu den beiden Gruppen erfolgt zufällig. Jugendliche, die nicht das Emotionsregulationstraining erhalten haben, können nach der Studienteilnahme an dem Emotionsregulationstraining teilnehmen. Bei beiden Trainings werden emotionale Bilder dargeboten und währenddessen werden auch hier der Eyetracker und das EEG (Erklärung siehe Studie 1) eingesetzt.

Mitarbeiter
PD Dr. Ellen Greimel (Projektleitung)
Petra Wagenbüchler (Studienassistentin)
Lisa Feldmann (M.Sc.-Psych.)

Kontakt
Bei Fragen zu unserer Studie oder bei Interesse an einer Teilnahme können Sie sich gerne an uns wenden:
Frau Feldmann,