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Abgeschlossene Forschungsprojekte

"Erstellung einer Leitlinie zur Diagnostik und Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Lese- und/oder Rechtschreibstörung"

Die Lese- und/oder Rechtschreibstörung ist mit einer Häufigkeit von ungefähr 5% eine der zahlreichsten Entwicklungsstörungen, die oft noch mit weiteren psychischen Auffälligkeiten einhergeht. Sie bleibt ohne wirksame Therapie dauerhaft bestehen und kann deshalb zu deutlichen Einschränkungen im schulischen, beruflichen aber auch im privaten Bereich der Betroffenen führen. Deshalb ist die Wirksamkeit und Angemessenheit der unterschiedlichen Fördermaßnahmen von zentraler Bedeutung für Forschung und Praxis.
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"Chronotherapie im Kindes- und Jugendalter - Chronotypisierung im stationären Rahmen"

Von einigen psychiatrischen Erkrankungen, darunter der Depression, ist bekannt, dass sie mit einer Störung der "inneren Uhr" und deren circadianem Rhythmus (d.h. ein Rhythmus, der ungefähr so lang ist wie ein Tag) einhergehen. Dies zeigt sich beispielsweise in Schlafstörungen, Tagesmüdigkeit oder einem verschobenen Tag-Nacht-Rhythmus. Unter "Chronotherapie" versteht man Therapien, die gezielt die innere Uhr beeinflussen und somit auch positive Einflüsse auf z.B. depressive Erkrankungen haben. Beispiele hierfür sind die Lichttherapie oder die Wachtherapie.
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"Innenzeit und Depression im Kindes- und Jugendalter"

Depressionen bei Kindern und Jugendlichen sind ein häufiges und sehr belastendes Krankheitsbild. Viele Betroffene leiden unter Schlafstörungen, wie z.B. Einschlafproblemen, nächtlichem Erwachen, morgendlichem Früherwachen oder Tagesmüdigkeit trotz langer Schlafdauer. Diese Schlafstörungen können im Alltag sehr einschränkend sein und haben oft starke Auswirkungen auf die Aktivität am Tage sowie die Leistungsfähigkeit.
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Studie zur Behandlung depressiver Störungen bei Jugendlichen mit einem kognitiv-verhaltenstherapeutischen Manual

Manualisierte Kognitive-Verhaltenstherapie ist weltweit eine der am besten untersuchten und wirksamsten Therapiemethoden zur Behandlung von Depressionen im Jugendalter. Manualisiert bedeutet, dass sich die Psychotherapie an einem festgelegten Ablauf (= Manual) orientiert. In Deutschland ist der Bedarf an gut evaluierten kognitiv-verhaltenstherapeutischen Manualen für jugendliche Depression allerdings noch sehr groß.

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Konsequenz oder Risikofaktor: welche Rolle spielen kognitive Bias bei Depression im Kindes- und Jugendalter? - die KROKO-Studie

Aus Studien an Erwachsenen wissen wir, dass an Depression erkrankte Menschen Bilder und Geschichten mit emotionalem Inhalt anders wahrnehmen und verarbeiten als Menschen, die nicht an einer Depression erkrankt sind. Möglicherweise spielen diese verzerrten Aufmerksamkeits- und Interpretationsprozesse (sogenannte kognitive Bias) bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von schlechter Stimmung eine Rolle.
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GENERAIN
die Weitergabe von Depressionen durch Eltern an ihre Kinder: Eine generationsübergreifende Studie zu Aufmerksamkeits- und Interpretationsprozessen

Kinder, die mit einem Elternteil aufwachsen, der an einer Depression leidet oder gelitten hat, haben ein stark erhöhtes Risiko selbst eine Depression zu entwickeln - etwa 50 % der Kinder depressiver Eltern erkranken bis zu ihrem 20. Lebensjahr an einer depressiven Episode.

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Primärprävention von Depression bei Kindern und Jugendlichen mit einem an Depression erkrankten Elternteil (PRODO)

Depressive Störungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen weltweit. Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden etwa 121 Millionen Menschen darunter. Allerdings treten depressive Störungen bereits in der Adoleszenz auf, am Anfang der Pubertät (~13-15 Jahre) sind ca. 2%, am Ende (15-18 Jahre) der Pubertät ca. 15% der Kinder und Jugendlichen betroffen (Hankin et al., 1998). Einer der wichtigsten Risikofaktoren für das Auftreten einer depressiven Störung ist das Vorliegen einer depressiven Störung eines Elternteils. Kinder und Jugendliche, bei denen mindestens ein Elternteil an einer depressiven Störung erkrankt ist, weisen ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko auf, selbst an einer depressiven Störung zu erkranken, gegenüber Kindern und Jugendlichen, deren Eltern nicht depressiv sind.
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"Neurophysiologische Korrelate depressiver Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter - eine Pilotstudie"

Auch Kinder und Jugendliche können bereits an einer Depression leiden. Studien belegen, dass 5% aller Kinder weltweit von depressiven Erkrankungen betroffen sind. Außerdem konnte ein Anstieg der Häufigkeit auf 15-20% bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres festgestellt werden. Neben der Gefahr eines chronischen Verlaufs können depressive Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter oft mit massiven Einschränkungen der schulischen und psychosozialen Entwicklung einhergehen. Dadurch kann der weitere Lebensweg nachhaltig beeinträchtigt werden, weshalb die wirksame Behandlung depressiver Symptome besonders wichtig ist. Leider sind depressive Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter noch wenig erforscht. Die meisten Erkenntnisse stammen aus dem Erwachsenenbereich und können nicht uneingeschränkt auf den Kinder- und Jugendbereich angewendet werden. Darüber hinaus zeigen sich Depressionen bei Kindern und Jugendlichen auf noch vielfältigere Weise als bei Erwachsenen, so dass die Bestimmung von Untergruppen depressiver Erkrankungen die Diagnose und Behandlung entscheidend verbessern könnte. Einen aussichtsreichen Weg stellt die Erforschung von sogenannten Endophänotypen depressiver Erkrankungen dar. Damit sind vermutete physiologische Ursachen depressiver Erkrankungen gemeint, die genetisch beeinflusst und zeitlich stabil sind.
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"Soziale Belohnung bei Jugendlichen mit depressiver Erkrankung"

Depressive Erkrankungen sind häufige sowie früh beginnende psychiatrische Störungen. Das Risiko, an einer Depression zu erkranken, steigt im Jugendalter deutlich an. Die Anzahl betroffener Jugendlicher wird auf bis zu 10% geschätzt. Das Störungsbild äußert sich bei Jugendlichen variabler als bei Erwachsenen.
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Verlauf von Depressionen im Kindes- und Jugendalter

Depressive Störungen gehören zu den häufigsten Krankheiten weltweit. Der Beginn der Erkrankung liegt häufig bereits im Kindes- und Jugendalter. Die soziale, schulische, psychische und persönliche Entwicklung der Betroffenen kann durch die Depression maßgeblich und nachhaltig beeinträchtigt sein. Oft erleiden die Betroffenen mehrere depressive Episoden in ihrem Leben. Deshalb ist es besonders wichtig, herauszufinden, welche Faktoren sich günstig und welche Faktoren sich ungünstig auf den Verlauf der Depression auswirken.

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"Neuronale Mechanismen und hormonelle Einflussvariablen der Emotionserkennung bei Jugendlichen mit Anorexia Nervosa (Magersucht)"

Magersucht ist eine Erkrankung, die sich durch die Angst vor einer Gewichtszunahme, sowie eine Störung der Wahrnehmung der eigenen Figur und des Körpergewichts, den übertriebenen Einfluss des Körpergewichts oder der Figur auf die Selbstbewertung oder ein Leugnen des Schweregrades des gegenwärtigen geringen Körpergewichts kennzeichnet.
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Genetik der LRS: "Identification of causal genes for dyslexia on the basis of genome-wide association studies"

Die Dyslexie zählt mit einer Prävalenz von 5% zu den häufigsten Entwicklungsstörungen des Kindes- und Jugendalters. Der Anteil erblicher Faktoren bei der Entstehung der Dyslexie wird dabei auf bis zu 70% geschätzt. Die Identifikation von Risikogenen für die Dyslexie kann somit wesentlich zur Aufklärung der Ursachen der Dyslexie beitragen.

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"Evaluation von zwei Interventionen bei Kindern mit Lese-Rechtschreibstörung - neuropsychologische und neurophysiologische Korrelate der Fördereffekte"

Wir möchten herausfinden wie sich zwei Förderprogramme, ein Lese- und ein Rechtschreibprogramm, auf die Leistungen der Kinder auswirken und ob sich die Fördereffekte auch im Gehirn nachweisen lassen.
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Sprachentwicklung und deren Vorhersagbarkeit

Ziel dieser Studie ist es, in Zukunft Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen (in Deutschland immerhin 7 %) möglichst frühzeitig helfen zu können. Dies ist vor allem deshalb wichtig, um gravierende Folgeprobleme, die sich bei den betroffenen Kindern z. B. später im schulischen Bereich zeigen, zu verhindern. Weitere Informationen.



"Neurobiologie bei Lese- und Rechtschreibstörung (LRS) - MagnetResonanzTomographie- (MRT)-Studie zu Konnektivität und neuronalen Korrelaten "

Ziel dieses Forschungsprojektes ist die Untersuchung der neuronaler Korrelate und der Konnektivität entsprechender funktionaler Areale bei Kindern mit LRS. Die bisherigen Studien in diesem Bereich wurden hauptsächlich mit Erwachsenen durchgeführt. Strukturelle Hirnmessungen sowie die Messung der Ruheaktivität (sog. default Netzwerke) und der Konnektivität zwischen leserelevanten Hirnarealen bei Kindern liegen kaum vor. Die noch reifenden Hirnregionen und Netzwerke, die bei der Lese-, Schreib-, und Rechenverarbeitung relevant sind, sind bei Kindern noch weitestgehend unerforscht. Aus diesem Grund ist es von großem Interesse, die neuronalen Korrelate und deren Verschaltungen bei Kindern und insbesondere bei Kindern mit einer LRS genauer zu studieren und zu untersuchen, wie sie sich von unbeeinträchtigten Kontrollprobanden unterscheiden.
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"Erstellung einer Leitlinie zur Behandlung von depressiven Störungen bei Kindern und Jugendlichen"

Depressive Störungen zählen zu den häufigsten psychischen Störungen. Sie können sehr früh beginnen, verlaufen häufig chronisch und führen zu einer erheblichen Beeinträchtigung der psychosozialen Entwicklung. Zudem sind sie mit einem erhöhten Risiko für weitere psychiatrische und organische Erkrankungen verbunden. Nicht alle betroffenen Kinder und Jugendlichen erhalten eine optimale Behandlung. Ergebnisse zur Wirksamkeit verschiedener Behandlungsansätze liegen vor allem aus internationalen Studien vor, sind für Anwender jedoch häufig nicht verfügbar oder nicht überschaubar.
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"Entwicklung des orthographischen Fragmentwissens"

Bisher wurde angenommen, dass Kinder erst in der Grundschule lernen, welche Buchstaben häufig als Konsonantendopplung vorkommen (z.B. mm) und welche Buchstaben nie oder selten gedoppelt werden (z.B. hh). Auch wurde bisher angenommen, dass Kinder erst in der Grundschule lernen, dass bestimmte Buchstabenfolgen nur in bestimmten Positionen eines Wortes vorkommen können
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"Aufmerksamkeit und Konzentration bei Grundschulkindern mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung und/oder einer Lese-Rechtschreibstörung"

Es ist bisher noch nicht verstanden, welche Aspekte der Aufmerksamkeit bei Kindern mit einer ADHS und welche bei Kindern mit einer kombinierten Störung von ADHS und LRS beeinträchtigt sind. Weitere Informationen.



"Prävention depressiver Störungen - Untersuchung von Fragebögen zur Früherkennung depressiver Störungen im Kindes- und Jugendalter"

Depressionen bei Kindern und Jugendlichen werden nach wie vor zu selten erkannt. Deshalb erfolgt häufig keine Behandlung. Ziel dieser Studie ist es, die Früherkennung depressiver Störungen im Kindes- und Jugendalter zu verbessern. Dadurch erhöht sich für betroffene Kinder und Jugendliche die Chance auf eine wirksame Therapie und eine günstigere psychosoziale Entwicklung. Weitere Informationen.



"Validierung von Screeninginstrumenten für Depression im Kindes- und Jugendalter. Eine Pilotstudie"

Ziel dieser Studie ist es, einen Fragebogen zu finden, mit dessen Hilfe Depressionen bei Kindern und Jugendlichen frühzeitig erkannt werden können. Dazu bitten wir Kinder und Jugendliche, die sich in psychiatrischer oder psychosomatischer Behandlung befinden, mehrere kurze Fragebögen auszufüllen. Wir prüfen, mit welchem Fragebogen man am besten Kinder und Jugendliche mit und ohne Depression voneinander unterscheiden kann.
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"Prävention depressiver Störungen - Aufklärungsbroschüre für Jugendliche"

Im Rahmen des Projektes "Prävention depressiver Störungen im Kindes- und Jugendalter" wird speziell für Jugendliche eine Aufklärungsbroschüre über Depression entwickelt. Ein wesentliches Ziel besteht hierbei darin, die Akzeptanz und Toleranz gegenüber psychischen Störungen zu fördern und Unsicherheiten abzubauen. Weitere Informationen und Zugang zu den Fragebögen .



"Neurophysiologische Untersuchung des Zahlenverständnisses bei schulischen Entwicklungsstörungen"

Ein zentrales Problem der Kinder mit Lese-Rechtschreibstörung ist die Verarbeitung von Lauten. Eine Hypothese ist, dass phonologische Fähigkeiten auch relevant für einzelne Bereiche mathematischer Fähigkeiten sind. So kann man aufgrund der phonologischen Fähigkeiten eine Vorhersage der rechnerischen Fähigkeiten im Grundschulalter machen, da im Grundschulalter verbale Zählstrategien angewendet werden.
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"Lass uns Lesen!"

"Lass uns lesen" ist ein neues Sprach- und Leseprogramm für Eltern und ihre Vorschulkinder. Durch gemeinsames Vorlesen und spielerische übungen werden die Kinder zu Hause gut auf das Lesen- und Schreibenlernen vorbereitet. Weitere Informationen.



Wie das Lesen- und Schreibenlernen Hirnfunktionen beeinflusst

Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung

Ziel des Projektes ist es, die Veränderungen des Gehirns beim Lesenlernen sowie neurophysiologische Unterschiede zwischen guten und schwachen Lesern bereits in frühen Entwicklungsstadien zu erforschen. Je genauer der Prozess des Lesenlernens verstanden wird, desto früher können Schwierigkeiten beim Lesenlernen erkannt werden und desto eher kann Kindern mit einer Lesestörung mittels einer Therapie geholfen werden. Weitere Informationen.

NeuroDys - Dyslexia genes and neurobiological pathways


Gefördert durch die Europäische Union im 6. Rahmenprogramm

Fast 23 Millionen EU-Bürger leiden unter Dyslexie, der Lese-/Rechtschreibstörung. Viele Betroffene brechen vorzeitig die Schule ab, auch ihr beruflicher und sozialer Erfolg wird stark beeinflusst. Therapien sind häufig wenig effektiv, denn die Ursachen der Störung sind noch weitgehend unerforscht.
Das europaweite Projekt "Neurodys - Dyslexia genes and neurobiological pathways" will diesen Ursachen nun auf den Grund gehen. Koordinator des von der Europäischen Union im Rahmen des 6. Forschungsrahmenprogramms (FRP) mit drei Millionen Euro unterstützten Projekts, in dem 15 internationale Partner zusammenarbeiten, ist Prof. Dr. Gerd Schulte-Körne, Direktor der Klink für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie an der Ludwig-Maximilinas-Universität München. Mit Kollegen aus Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz, Ungarn, Frankreich, Schweden, österreich, Finnland und Großbritannien werden molekulargenetische und neurobiologische Ursachen der Lese-/Rechtschreibschwäche ebenso wie der Einfluss von Umweltfaktoren auf die Entstehung der Störung untersucht.
Unter anderem soll während des dreijährigen Projekts die weltweit größte Datenbank zu genetischen Befunden von Betroffenen entstehen. Eine bereits bestehende Datenbank mit 800 Befunden soll dazu um 2.000 weitere Befunde von Betroffenen ergänzt werden, hinzu kommt dieselbe Anzahl von Befunden einer Kontrollgruppe. überdies sollen 4.000 Zwillingspaare untersucht werden, um den Einfluss des sozialen Umfelds zu analysieren. Dyslexie entsteht durch das Zusammenwirken mehrerer Gene, Ziel des Projekts ist es darum, möglichst alle an der Erkrankung beteiligten Erbanlagen zu identifizieren.
Mit Hilfe bildgebender Verfahren fahnden die Wissenschaftler zudem nach so genannten neurobiologischen Korrelaten der Krankheit. Dabei stehen funktionelle Vorgänge im Gehirn, die einen Zusammenhang mit Dyslexie aufweisen, ebenso im Zentrum des Interesses wie auffällig veränderte Gehirnstrukturen. Ziel ist es, das Verständnis der Krankheit zu verbessern und effektive Ansatzpunkte für therapeutische Interventionen zu finden.


Rechtschreibförderung für die 5. und 6. Klasse

Ein neues Förderprogramm soll rechtschreibschwachen Schülerinnen und Schülern der weiterführenden Schule explizites Regelwissen und adäquate Lösungsstrategien vermitteln. Weitere Informationen.



Zur Entwicklung des impliziten orthographischen Fragmentwissens bei lese-rechtschreibgestörten Kindern

Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft

In der Studie wurde untersucht, ob sich Kinder mit Rechtschreibschwierigkeiten im impliziten Lernen von Buchstabenfolgen und deren Häufigkeiten von Kindern unterscheiden, die eine gute Rechtschreibleistung aufweisen. Dieser nicht bewusst steuerbare Lernprozess kann von großer Bedeutung für das Erlernen einer korrekten Rechtschreibung sein. Weitere Informationen.



PROREAD: "Explaining Low Literacy Levels by Profiling poor Readers and their Support"

Gefördert durch die Europäische Union im 6. Rahmenprogramm

Internationale Vergleichsstudien (IGLU, PISA) zeigen große Unterschiede beim Erwerb der Lesefähigkeit in den europäischen Ländern. Der prozentuale Anteil sogenannter Risikoschüler unterscheidet sich stark.
Ziel des Projektes war es, die schulischen Unterstützungssysteme für leseschwache Schüler in Europa mittels Fragebögen zu erheben und hiermit einen Beitrag zur Verbesserung dieser Systeme zu leisten.
An dem Forschungsvorhaben beteiligten sich sechs EU Mitgliedstaaten (Deutschland, Finnland, Frankreich, Niederlande, Portugal, Ungarn).
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"Modell Schriftsprach-Moderatoren" (MSM)

Der Anfangsunterricht im Lesen und Schreiben sowie der weitere Schriftsprachunterricht bis zum Ende der Grundschulzeit (Ende Klasse 4) soll so weit verbessert werden, dass besondere Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten von vornherein möglichst nicht entstehen.

Dies wird anhand zweier Unterrichts- und Förderkonzepte (Rechtschreibwerkstatt und Lollipop) erprobt, die dank binnendifferenzierender und individualisierender Methoden eine Förderung im regulären Klassenunterricht ermöglichen. Die Schriftsprachleistungen dieser beiden Gruppen werden mit denen einer Kontrollgruppe verglichen, in deren Klassen herkömmlicher Unterricht gehalten wird. Es wird auch untersucht, ob die erprobten Unterrichts- und Fortbildungskonzepte Anhaltspunkte für eine veränderte Lehrerrolle und eine nachhaltige Lehrerfortbildung liefern.

Weitere Informationen finden Sie hier



Neurobiologische und molekulargenetische Untersuchungen zur Lese-Rechtschreibstörung

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft von 2001 bis 2004

Die Lese-Rechtschreibstörung (LRS) ist eine der häufigsten Schulleistungsstörungen, die mit erheblichen psychischen Problemen einhergehen kann und eine hohe Persistenz bis ins Erwachsenenalter aufweist.
Ergebnisse neurobiologischer Forschung zeigen, dass der LRS basale Störungen verschiedener Verarbeitungsstufen akustischer und visueller Informationen zugrunde liegen. Zur Genese der LRS tragen erbliche Faktoren bei, wobei bislang noch keiner dieser Faktoren auf molekularer Ebene identifiziert worden ist. Durch Kopplungsuntersuchungen konnten in unabhängigen Studien Gene auf den Chromosomen 1, 2, 3, 6, 15 und 18 lokalisiert werden. Ziel dieser multizentrischen Studie war die molekulargenetische Untersuchung einer großen, bzgl. basaler Informationsverarbeitungsprozesse charakterisierten Stichprobe von 400 rechtschreibschwachen Probanden und ihrer Geschwister.

Ergebnisse dieser Studie finden Sie in:


Zur Bedeutung von visueller Bewegungswahrnehmung bei der Lese-Rechtschreibstörung (LRS)

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft Schu 988/8-1 von 2000-2003

Als Ursachen der Lese-Rechtschreibstörung (LRS) werden neben genetischen Faktoren gestörte basale Funktionen der Verarbeitung auditiver und visueller Information angenommen. Im Vordergrund der visuellen Verarbeitungsstörungen stehen die Funktionen des magnozellulären (M) Systems. Das M-System wird überwiegend durch sich schnell bewegende Reize mit niedrigem Kontrast und niedriger Raumfrequenz aktiviert. Untersuchungen anhand psychophysiologischer und bildgebender Verfahren zeigten Funktionsstörungen des M-Systems bei der LRS. Allerdings sind die Befunde widersprüchlich. Eigene Vorarbeiten replizierten die beschriebene Kontrastsensitivität bei der LRS nicht. Hingegen fanden wir über dem rechten occipitalen Cortex Hinweise für ein visuelles Informationsverarbeitungsdefizit. Neuere Befunde unterstützen die Hypothese einer gestörten Bewegungswahrnehmung bei der LRS. Ziel dieser Untersuchung ist, erstens die elektrophysiologischen Korrelate der Bewegungswahrnehmung bei lese- und rechtschreibgestörten Jugendlichen und Kontrollen zu untersuchen und zweitens, den beschriebenen Hemisphärenbefund zu replizieren. Diese Untersuchung leistet einen wesentlichen Beitrag zu der Grundlagenforschung mit dem Ziel, die basale visuelle Informationsverarbeitung bei der LRS besser zu verstehen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen in mehreren Artikeln zusammengefasst (Schulte-Körne G, Bartling J, Deimel W, Remschmidt H 2004, Visual evoked potentials elicited by coherently moving dots in dyslexic children, Neuroscience Letters, 357, 207-210, 2004; Schulte-Körne G, Bartling J, Deimel W, Remschmidt H 2004, Motion-onset VEPs in dyslexia - Evidence for visual perceptual deficit, Neuroreport 15 (6), 1075-1078, 2004).



Evaluation eines Rechtschreibtrainingsprogramms in der Primarstufe

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft Schu 988/6-1, 6-2, 1999- 2002

3-9% der deutschen Schulkinder haben eine Lese-Rechtschreibstörung, die erheblichen Einfluss auf ihre schulische, emotionale und persönliche Entwicklung hat. Fast 6% der deutschen Erwachsenen erreichen nur ein Rechtschreibniveau von Viertklässlern. In dem hessischen Erlass zur Förderung von Schülern mit Lese-Rechtschreibschwierigkeiten wird davon ausgegangen, dass diese Schwierigkeiten durch schulinternen Förderunterricht bis zur 6. Klasse zu beheben sind. In der Praxis suchen jedoch viele Familien mit betroffenen Kindern externe Hilfe. Wissenschaftliche Untersuchungen über die Effektivität des Förderunterrichtes sind sehr selten. Im Gegensatz dazu gibt es eine Reihe von Studien, die die Effektivität von Rechtschreib-Regeltrainings belegen. Eine sehr wichtige bisher noch unbeantwortete Frage ist allerdings, ob ein Regeltraining im Förderunterricht von den Lehrern selbst erfolgreich angewandt werden kann. Auf der Basis einer bereits bestehenden Kooperation mit einer südhessischen Grundschule wird das Marburger Rechtschreibtraining im schulischen Förderunterricht über 2 Jahre von den Lehrern angewandt. In einer Kontrollbedingung werden Schüler mit dem normalen Förderunterricht der Schule unterrichtet. Die Ergebnisse des Forschungsberichtes sind in dem Artikel "Rechtschreibtraining in schulischen Fördergruppen - Ergebnisse einer Evaluationsstudie in der Primarstufe", Gerd Schulte-Körne, Wolfgang Deimel, Marc Jungermann und Helmut Remschmidt, erschienen in der Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie 2003, Verlag Hans Huber, Mai 2003 Vol. 31, No. 2, 85-98, zusammengefasst.



Neuophysiologische Korrelate von Lernprozessen bei der Lese-Rechtschreibstörung

Die Lese-Rechtschreibstörung ist eine der häufigsten umschriebenen Entwicklungsstörung. Die Ursachenforschung ist dominiert von Untersuchungen zu basalen Wahrnehmungsprozessen der auditiven und visuellen Informationsverarbeitung. Die Untersuchungen hierzu, insbesondere zur visuellen Wahrnehmung, sind widersprüchlich. Vor allem der Bezug basaler visueller Wahrnehmungsprozesse zum Lese und Rechtschreiben ist unklar.

Der Erwerb von Lese- und Rechtschreibfähigkeiten ist komplex und die neurobiologischen Korrelate hierzu sind kaum untersucht. In einer ersten Studie haben wir die neurophysiologische Korrelate des Wiedererkennens von Pseudowörtern und graphischen Mustern, die Kinder mit einer LRS und eine Kontrollgruppe zuvor gelernt haben, untersucht. Hier zeigte sich, dass bei den lese-rechtschreibschwachen Kindern, obwohl sie die Materialien gut gelernt hatten, das neurophysiologische Korrelat des Wiedererkennens bei den Pseudowörtern im Vergleich zum graphischen Material signifikant geringer ausgeprägt war. Dieser Befund war auch in einer Wiederholungsmessung nach 2 Stunden stabil.

Ausgehend von dieser Untersuchung sollen im Längsschnitt die neurophysiologischen Korrelate des Schriftspracherwerbs bei Kindern mit einem Risiko, eine LRS zu entwickeln mit einer Kontrollgruppe untersucht und verglichen werden.

Die Ergebnisse der Studie sind im Journal of Neural Transmission, 111 (7), 971-985, 2004 publiziert
Artikel (pdf):englisch



Nachuntersuchung einer Stichprobe von lese-rechtschreibgestörten Kindern im Erwachsenenalter

Fragestellung: Der Langzeitverlauf der Lese-Rechtschreibstörung bis ins Erwachsenenalter ist bisher kaum untersucht, insbesondere liegen kaum Studien mit deutschsprachigen Kindern vor. Anhand einer Katamnesestudie von ehemaligen Schüler der Christophorus Schule Oberurff wird die Entwicklung der Rechtschreibleistung, der Intelligenz, der psychischen und sozialen Entwicklung von lese- und rechtschreibschwachen Schülern untersucht.

Methode: 29 ehemalige Schüler wurden im Durchschnitt nach 20 Jahren nach untersucht. Die Rechtschreibleistung wurde mit dem Mannheimer Rechtschreibtest (MRT), die Psychische Befindlichkeit mit der Symptom-Checkliste von Derogatis (SCL-90), der Berufserfolg mit der Magnitude-Prestigeskala" nach Wegener, die Intelligenz mit dem Culture Fair Intelligenztest (CFT 20) und die subjektive Beurteilung mit einem selbst entwickelten Fragebogen erfasst.

Ergebnisse: Im Mittel hat sich die Stichprobe um eine halbe Standardabweichung in der Rechtschreibleistung verbessert. Das Berufsprestige der Stichprobe liegt fast Dreiviertel über dem Durchschnittsbereich. Signifikante Auffälligkeiten hinsichtlich psychischer Symptome fanden sich nicht.

Schlussfolgerung: Insgesamt ist die psychische und soziale Entwicklung der ehemaligen Internatsschüler sehr gut. In der Rechtschreibschreibung liegt die Stichprobe im Mittel im unteren Durchschnittsbereich. Bei der Stichprobe können sowohl der hohe IQ, das hohe Berufsprestige der Väter und die langandauernde Förderung sich positive auf die Entwicklung ausgewirkt haben.

Die Studie ist dargestellt in "Nachuntersuchung einer Stichprobe von lese-rechtschreibgestörten Kindern im Erwachsenenalter" ,Gerd Schulte-Körne, Wolfgang Deimel, Marc Jungermann und Helmut Remschmidt, erschienen in der Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie 2003 Verlag Hans Huber November 2003 Vol. 31, No. 4, 267-276.


 
 
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