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Neurobiologie bei Lese- und Rechtschreibstörung (LRS) - MagnetResonanzTomographie- (MRT)-Studie zu Konnektivität und neuronalen Korrelaten


Hintergrund
Erkenntnisse der kognitiven Neurowissenschaften haben wesentlich dazu beigetragen, das Ursachenverständnis der Lese- & Rechtschreibstörung (LRS) zu verbessern. Eine Reihe von Studien an Erwachsenen hat für das Lesen und Schreiben relevante Hirnareale und Netzwerke identifiziert, die insbesondere bei LRS eine wichtige Rolle spielen. Darüber hinaus haben moderne bildgebende Verfahren, insbesondere die Magnetresonanztomographie (MRT), Unterschiede in der Hirnstruktur und der Konnektivität zwischen funktionellen Netzwerken von Probanden mit einer LRS und nicht beeinträchtigten Kontrollpersonen aufgezeigt. Die Identifizierung neuronaler Netzwerke, die beim Lesen und Schreiben aktiviert sind, ermöglichen Rückschlüsse auf entsprechende neuronale Korrelate, die sich beim Lernen des Lesens und Schreibens entwickeln. Gestörte Teilprozesse beim Lesen und Rechtschreiben bei der LRS können somit besser erkannt werden und eine Förderung möglicherweise spezifischer und dadurch effizienter erfolgen.

Ziele der Studie
Ziel dieses Forschungsprojektes ist die Untersuchung der neuronaler Korrelate und der Konnektivität entsprechender funktionaler Areale bei Kindern mit LRS. Die bisherigen Studien in diesem Bereich wurden hauptsächlich mit Erwachsenen durchgeführt. Strukturelle Hirnmessungen sowie die Messung der Ruheaktivität (sog. default Netzwerke) und der Konnektivität zwischen leserelevanten Hirnarealen bei Kindern liegen kaum vor. Die noch reifenden Hirnregionen und Netzwerke, die bei der Lese-, Schreib-, und Rechenverarbeitung relevant sind, sind bei Kindern noch weitestgehend unerforscht. Aus diesem Grund ist es von großem Interesse, die neuronalen Korrelate und deren Verschaltungen bei Kindern und insbesondere bei Kindern mit einer LRS genauer zu studieren und zu untersuchen, wie sie sich von unbeeinträchtigten Kontrollprobanden unterscheiden. Diese Information kann später helfen, den Kindern eine gezielte, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Förderung anzubieten.

Durchführung
Die Studie erstreckt sich über einen Zeitraum von mehreren Monaten (Juli 2011 - Frühjahr 2012). In dieser Zeit werden wir eine Gruppe Viertklässler mit LRS mit einer nicht beeinträchtigten Kontrollgruppe vergleichen. In den ersten beiden Sitzungen werden wir mit Ihrem Kind ausführlich Testungen zum Lesen, Schreiben, Rechnen und zur Lautwahrnehmung durchführen. Diese Testungen finden in der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik statt (Forschungsabteilung: Waltherstrasse 23). In einer dritten Sitzung werden wir bei Ihrem Kind Gehirnaufnahmen durchführen mittels einer MRT. Das MRT ist nicht invasiv und komplett schmerzfrei. Diese Aufnahmen finden in der Klinischen Radiologie des Klinikums Grosshadern statt.

Die Studie läuft unter der Leitung von Prof. Dr. Schulte-Körne, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Universität München.

Mitarbeiterin
Dr. Sonia Cornell (Dipl. Psych.)

Kontakt
Prof. Dr. med. Gerd Schulte-Körne
Telefon: 089 4400 55901
kjp@med.uni-muenchen.de



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