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Die Legasthenie oder auch Lese-Rechtschreibstörung ist ein Störungsbild, das wesentlich die persönliche, emotionale und soziale Entwicklung der Betroffenen beeinflusst. Durch die hohe Stabilität der Störung wird die persönliche und soziale Entwicklung bis ins  Erwachsenenalter maßgeblich geprägt. Nach Haffner et al. (1998) erreichen 8% deutscher junger Erwachsener nur ein Rechtschreibniveau von durchschnittlichen Viertklässlern. Berücksichtigt man nur Erwachsene, die mindestens einen Hauptschulabschluss haben verringert sich diese Rate auf 6,4%; berücksichtigt man nur Erwachsene, die einen IQ von mindestens 85 haben verringert sich die Rate auf 4,3%


Der Begriff  "Legasthenie" wurde 1916 von Paul Ranschburg als Synonym für Leseschwäche eingeführt. Heute unterscheidet das "Internationale Klassifikationsschema für psychische Störungen (ICD-10)" der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Isolierte Rechtschreibstörung und die Lese-Rechtschreibstörung.


Rechtschreibprobleme im Sinne einer Rechtschreibstörung sind gekennzeichnet durch eine erhöhte Zahl von Rechtschreibfehlern in Relation zur Normgruppe, also etwa in Bezug auf den Durchschnitt einer bestimmten Klassenstufe. Leseprobleme i.S. einer Lesestörung sind oft nicht durch eine erhöhte Anzahl von Lesefehlern, sondern hauptsächlich durch ein bedeutsam verringertes Lesetempo gekennzeichnet. Näheres zur Symptomatik und zum Verlauf finden Sie hier.


Das ICD-10 unterscheidet die Isolierte Rechtschreibstörung (lediglich die Rechtschreibung, aber nicht das Lesen ist beeinträchtigt) und die Lese-Rechtschreibstörung (das Lesen und fakultativ auch die Rechtschreibung sind beeinträchtigt). Näheres zur Diagnostik und zur Epidemiologie der Störungen finden Sie hier.


Lese- und/oder Rechtschreibprobleme sind oft sehr stabil und nehmen ohne Behandlung sogar an Schwere zu. Näheres zur Therapie finden Sie hier.


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