KJP LMU

Genetik der LRS: "Identification of causal genes for dyslexia on the basis of genome-wide association studies"

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)


Die Dyslexie zählt mit einer Prävalenz von 5% zu den häufigsten Entwicklungsstörungen des Kindes- und Jugendalters. Der Anteil erblicher Faktoren bei der Entstehung der Dyslexie wird dabei auf bis zu 70% geschätzt. Die Identifikation von Risikogenen für die Dyslexie kann somit wesentlich zur Aufklärung der Ursachen der Dyslexie beitragen.

In diesem Projekt wird zur Identifikation der Risikogene eine genomweite Assoziationsstudie an einer der weltweit größten Stichproben von Kindern mit Dyslexie durchgeführt (über 1300 Fälle). Darüber hinaus ermöglicht die Zusammenarbeit mit KollegInnen aus Colorado und Island eine Erweiterung der Stichprobe um weitere 1700 Personen mit Dyslexie, so dass übereinstimmungen der identifizierten Gene analysiert werden können.

Darüber hinaus sollen Zusammenhänge zwischen identifizierten Genen und Verhaltensmaßen (z.B. verschiedene Lese- und Rechtschreibmaße) sowie kognitiven und neurobiologischen Markern der Dyslexie untersucht werden. Dies ist möglich, da für einen Teil der Stichprobe eine umfangreiche Untersuchung durchgeführt wurde. Mit Hilfe von bildgebenden Verfahren wurden beispielsweise strukturelle Veränderungen sowie funktionelle Vorgänge im Gehirn untersucht, die einen Zusammenhang mit der Dyslexie aufweisen. Außerdem wurden zahlreiche kognitive Fertigkeiten, wie beispielsweise die Fähigkeit Laute in Wörtern zu manipulieren, untersucht. Ziel ist es durch die Untersuchung auf verschiedenen Beobachtungsebenen (Verhalten, Kognition, Neurobiologie, Genetik und Umwelt), ein umfassenderes Verständnis der Dyslexie zu erhalten, um spezifischere und effektivere therapeutische Maßnahmen zu entwickeln.

Dieses Projekt ist eine Kooperation der Kinder- und Jugendpsychiatrie der LMU München (Prof. Dr. Gerd Schulte-Körne), des Max-Planck- Instituts München (Prof. Dr. Bertram Müller-Myhsok) und des Instituts für Humangenetik in Bonn (Prof. Dr. Markus Nöthen und Dr. Johannes Schumacher).
Das Projekt wird durch die DFG gefördert und wurde mit EU-Mittel (NeuroDys) unterstützt.

Kontakt:
Prof. Dr. Gerd Schulte-Körne
Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Nußbaumstr. 5a
80336 München
Tel.: 089 4400 55901
kjp@med.uni-muenchen.de

Dr. Kristina Moll
Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
Waltherstraße 23
80337 München
Telefon: 089 4400 55923 od. 55925
Kristina.Moll@med.uni-muenchen.de


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