KJP LMU

Neuronale Mechanismen und hormonelle Einflussvariablen der Emotionserkennung bei Jugendlichen mit Anorexia Nervosa (Magersucht)

Gefördert durch das Förderprogramm für Forschung und Lehre (FöFoLe)


Hintergrund
Magersucht ist eine Erkrankung, die sich durch die Angst vor einer Gewichtszunahme, sowie eine Störung der Wahrnehmung der eigenen Figur und des Körpergewichts, den übertriebenen Einfluss des Körpergewichts oder der Figur auf die Selbstbewertung oder ein Leugnen des Schweregrades des gegenwärtigen geringen Körpergewichts kennzeichnet. Die Erkrankung manifestiert sich meist im frühen Jugendalter und betrifft vorwiegend Mädchen und Frauen. Die Prognose der Magersucht ist ernst zu nehmen, da die jährliche Mortalitätsrate im Vergleich zu Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Allgemeinbevölkerung 12-mal höher ist. Neben den oben beschriebenen Symptomen, weisen Patienten mit Magersucht Auffälligkeiten in der sozialen Interaktion auf, welchen hauptsächlich ein Defizit in der Emotionserkennung zugrunde liegt. Diese Problematik ist bei Erwachsenen schon gut untersucht und geht mit einer Veränderung der Verarbeitung von Emotionen im Gehirn einher. Bei Jugendlichen ist dies aber noch nicht untersucht.

Ziele
In dieser Studie soll untersucht werden, ob sich Jugendliche mit Magersucht in der Erkennung und elektrophysiologischen Verarbeitung verschiedener Emotionen von gesunden Jugendlichen unterscheiden. Zusätzlich soll der Vergleich zu einer Stichprobe mit depressiven Jugendlichen gezogen werden. Bei diesen sind Probleme in der Emotionserkennung und damit einhergehende Prozesse im Gehirn bereits gut umschrieben. Zusätzlich wollen wir die Abhängigkeit der Emotionsverarbeitung von Hormonen wie östrogen und Progesteron untersuchen.
Die Ergebnisse der Studie könnten das Verständnis über die Entstehung einer Magersucht verbessern, Einfluss auf die derzeitigen Präventionsmaßnahmen und Therapiekonzepte bei Jugendlichen nehmen, sowie Hinweise auf Faktoren zur Vorhersage des Krankheitsverlaufs liefern.

Durchführung
Die Stichprobe magersüchtiger Patienten umfasst 13 bis 18-jährige Mädchen, die zweimal untersucht werden sollen. Die erste Untersuchung findet statt, wenn die Patientinnen akut untergewichtig sind, während die zweite nach der Gewichtszunahme stattfinden soll. Die Kontrollstichproben (gesunde Jugendliche und depressive Jugendliche) werden einmal untersucht und befinden sich im gleichen Altersbereich. Die Rekrutierung der Studienteilnehmer erfolgt bei den gesunden Jugendlichen über Anschreiben sowie durch Kontaktaufnahme interessierter Teilnehmer. Die Gruppe der Jugendlichen mit Magersucht oder depressiver Erkrankung wird vorwiegend ambulant und stationär in der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der LMU gewonnen.
Die Studienteilnehmer bekommen am Computer Gesichter gezeigt und sollen angeben, welche Emotion jeweils ausgedrückt wird. Während dieser Aufgabe wird eine Messung der elektrophysiologischen Prozesse im Gehirn mittels EEG durchgeführt. Das EEG ist ein weit gebräuchliches und häufig erprobtes Verfahren, das gesundheitlich vollständig unbedenklich und schmerzfrei ist.
Zudem werden ein diagnostisches Interview sowie Fragebögen zur Abklärung von Risiko- und Schutzfaktoren und eventueller Diagnosen durchgeführt und eine Blutprobe zur Bestimmung des Hormonspiegels entnommen. Die Testung dauert insgesamt ca. 3 Stunden (die Wiederholungsmessung der magersüchtigen Patientinnen 1 Stunden), wobei eine Aufwandsentschädigung und Belohnung für die Teilnahme erfolgt.

Kontakt
Bei Fragen zu dieser Studie oder bei Interesse an einer Teilnahme in der Kontroll- oder einer der Patientengruppen können Sie sich gerne an uns wenden:

Anca Sfärlea
Email: Anca.Sfaerlea@med.uni-muenchen.de
Telefon: 089 4400 55917




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